Zucht


Die Nachzucht von Anolis marmoratus ist sehr einfach und das hier Gesagte trifft auch auf andere Anolis der Kleinen Antilllen, wie z.B. den hier in Deutschland häufig gehaltenen Anolis roquet zu.

Terrarium, vivarium, Anolis marmoratus
Terrarium des Zuchtpaars

Zur erfolgreichen Zucht sollten karibische Anolis in Paaren 1.1 gehalten werden. Generell ist die paarweise Haltung zu empfehlen, da auch die Weibchen durchaus aggressives Verhalten untereinander zeigen können. Die Tiere züchten bei für sie annehmbaren Haltungsparametern praktisch selbstständig ohne weiteres Zutun des Halters. Auf die Haltung werde ich im Abschnitt Haltung weiter eingehen.

kopulierende Anolis marmoratus, Paarung, mating
Anolis marmoratus girafus 1.1

Sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Futterversorgung und Größe und Struktur des Terrariums für die Anolis hinreichend, werden die Tiere sich paaren. Hierbei sind die Männchen nicht gerade zimperlich. In der Regel nicken sich die Tiere zuerst zu und das Männchen imponiert dem Weibchen, indem es seine Kehlfahne aufstellt. Nach einiger Zeit wird das Männchen sich dem Weibchen nähern, es zum Teil auch rasant verfolgen und es durch einen beherzten Biss in den Schwanz oder Nacken fixieren. Zur Paarung hält das Männchen das Weibchen dann im Nacken fest und verpaart sich. Der Akt an sich dauert bloß einige Sekunden bis wenige Minuten. Die Tiere paaren sich beinahe täglich.

eggs Anolis marmoratus girafus, Gelege
Eier Anolis marmoratus girafus

Das Weibchen legt regelmäßig ein einzelnes Ei ab. Meist variiert der Abstand zwischen den Eiern zwischen 1 bis 3 Wochen. Bei mir werden im Sommer die Eier in kürzerem Abstand zueinander gelegt als im Winter. Dieses Ei wird im Erdboden vergraben. Hierzu ist es zwingend notwendig, dass der Boden des Terrariums mit einer mindestens 10 cm dicken Erdschicht bedeckt ist. Sehr gerne werden auch Erdhügel  zur Eiablage genutzt. Sollte das Weibchen keinen grabfähigen Boden vorfinden, kann es sein, dass es zu einer Legenot kommt, da das Weibchen das Ei nicht ablegen kann. Das Tier würde daran elendig zugrunde gehen. Deswegen ist ein grabfähiger Erdboden zwingend notwendig und sollte geboten werden. Auch einzeln gehaltene Weibchen können unbefruchtete Eier legen und müssen die Möglichkeit zur Eiablage haben.

Da die Eier gut versteckt werden und auch im Terrarium eine sehr hohe Schlupfrate vorherrscht, belasse ich die Eier im Terrarium. Hier schlüpfen die Jungtiere nach 45 bis 90 Tagen je nach Temperatur und Feuchtigkeit. Dass das Geschlecht der Jungtiere durch Inkubationstemperatur beeinflusst werden kann, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Bei mir ist das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Nachzuchten auch sehr ausgeglichen. Ich belasse auch die Jungtiere noch eine Weile bei den Eltern im Terrarium. Diese stellen den Jungtieren nicht nach. Ich schütte regelmäßig einige Blattläuse ins Terrarium, damit die Jungtiere etwas zu fressen finden. Außerdem impfe ich alle Terrarien mit Springschwänzen an. Nach einer Weile fange ich die Jungtiere aus dem Elternterrarium und bringe sie in kleinen Terrarien (30x30x40 cm) unter. Diese Terrarien beleuchte ich mit einer Solar Raptor 30W Flood um eine Versorgung mit UV-Strahlung zu gewährleisten. In diesen Terrarien bringe ich bis zu vier Nachzuchten unter, die untereinander sehr verträglich sind. Bereits bei den Jungtieren kann das Geschlecht sehr gut erkannt werden. In den beiden folgenden Galerien sind männliche und weibliche Nachzuchten abgebildet. Die Weibchen haben eine durchgängigen, breiten Dorsalstreifen, der bei den Männchen weniger ausgeprägt ist und von Querstrichen durchzogen ist.

Männchen

Weibchen